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Ernährung

Der Hund ist kein Müllschlucker und kein Resteverwerter, sondern benötigt ein auf seine arteigenen Bedürfniss abgestimmtes Futter. Das übrig gebliebene Mittagessen gehört also nicht in den Fressnapf.

Genau wie sein Urahn, der Wolf, ist der Hund kein reiner Fleischfresser. Wölfe fressen ihre Beute „mit Haut und Haaren", nehmen also auch den meist pflanzlichen Mageninhalt des Beutetieres mit auf. So decken sie ihren gesamten Nährstoffbedarf an hochwertigem Eiweiß, Fett, Kohlenhydraten, Vitaminen und Mineralstoffen

Bei der Herstellung von Hundefutter ist es wichtig, dass alle benötigten Nährstoffe in ausreichender Menge und im richtigen Verhältnis zueinander vorhanden sind, um eine gute Energieversorgung sicherzustellen und Mangelerscheinungen zu verhindern.

Der Bedarf an verdaulicher Energie richtet sich grundsätzlich nach dem Körpergewicht des erwachsenen Hundes. Ist der Hund jedoch lebhaft und hat viel Bewegung, benötigt er mehr Futter als ein ruhiger Hund mit wenig Bewegung. Als Faustregel gilt:

Gewicht in kg

Joulebedarf pro Tag

2

850

5

1700

10

2900

15

3800

20

4700

30

6500

60

10500

 

Wachsende Hunde sowie tragende und säugende Hündinnen haben einen deutlich erhöhten Energiebedarf. Die tatsächliche Verwertbarkeit der verschiedenen Fleischsorten für den Stoffwechsel des Hundes ist unterschiedlich groß. So kann der Organismus beispielsweise die Eiweiße im Geflügelfleisch besser in körpereigene Masse umwandeln als diejenigen aus Schweinefleisch.

Rohes Fleisch - insbesondere rohes Schweinefleisch - darf an den Hund wegen der Gefahr einer Ansteckung mit der Aujeszkyschen Krankheit (Pseudowut), einer tödlichen, tollwutähnlichen Erkrankung, grundsätzlich niemals verfüttert werden.

Knochen sind für die Ernährung des Hundes nicht wichtig. Viele Hunde vertragen sie nicht gut, sie führen u.U. zu Verstopfung. Alle kleinen oder splitternden Knochen sowie alle Arten von Geflügelknochen können lebensbedrohliche Verletzungen im Verdauungstrakt des Hundes verursachen und sind daher absolut tabu. Weiche, abgekochte Beinknochen vom Rind kann der Hund ab und zu bekommen, sofern er sie verträgt.

Gekochtes Gemüse, z.B. Mohrrüben, können immer mal wieder beigefüttert werden. Auch rohes Obst mögen manche Hunde sehr gerne und dürfen es dann auch bekommen. Andere Hunde wiederum lassen sich von solcher Frischkost gar nicht locken und verweigern sogar die Futteraufnahme, wenn Obst oder Gemüse untergemischt werden. Füttert man ein qualitativ gutes, ausgewogenes Fertigfutter, fehlt dem Hund jedoch nichts.

Grundsätzlich nicht auf den Speiseplan eines Hundes gehören Süßigkeiten aller Art, fette und gewürzte Wurst (Vorsicht: synthetische Wursthäute verursachen tödlichen Darmverschluss!), Tischabfälle, Fischreste mit Gräten (Erstickungsgefahr). Milch wird von den meisten Hunden nicht vertragen und ist daher tabu.

Als Leckerei zwischendurch oder als Belohnungshappen eignen sich am besten Hundekuchen, die es in verschiedenen Größen zu kaufen gibt, je nach Größe und Appetit des Hundes. Da auch solche Zwischenmahlzeiten Kalorien haben, sollte man sie bei der Rationsberechnung gleich mit berücksichtigen, um den Hund in Form zu halten

Da bei selbst zubereitetem Hundefutter immer die Gefahr besteht, dass nicht alle benötigten Nährstoffe in ausreichender Form und in der richtigen Menge vorhanden sind, kann es schließlich zu Mangelerscheinungen kommen. Diese äußern sich sehr unterschiedlich, je nachdem, welcher Nährstoff fehlt. Häufig kommt es z.B. zu Hauterkrankungen, aber auch Organschäden oder Augenprobleme können ernährungsbedingte Ursachen haben. Wer keine Ernährungsfehler machen will, sollte daher besser eine hochwertige Fertignahrung füttern.

Frisches, sauberes Wasser muss für den Hund immer bereitstehen.

Der Welpe braucht nach dem Absetzen von der Mutter vier Mahlzeiten täglich. Mit zunehmendem Lebensalter reduziert man zunächst auf drei, später (etwa mit einem 3/4 Jahr) auf zwei Fütterungen am Tag. Besonders bei größeren Hunden muss die benötigte Futterration auf zwei Mahlzeiten aufgeteilt werden, da es sonst passieren kann, dass sich der übermäßig gefüllte Magen verdreht, was innerhalb weniger Stunden zum Tod des Hundes führen kann. Grundsätzlich wird der Hund immer nach einer körperlichen Aktivität (Spaziergang, Spiel) gefüttert, damit er sich nach der Futteraufnahme erst mal ruhig auf seinen Platz legen und verdauen kann.

Die erste Mahlzeit kann z.B. morgens oder vormittags erfolgen, die zweite dann am Nachmittag. Spätabends sollte auch nicht mehr gefüttert werden, damit der Hund nicht mit vollem Magen schlafen muss und sich abends auf einem Spaziergang noch einmal entleeren kann

Grundsätzlich sollte das Futter auf Zimmertemperatur angewärmt in den Napf kommen, nie direkt aus dem Kühlschrank füttern!