Grundlage des Lernens

Der Hund, egal welcher Rasse er angehört oder ob es sich um einen Mischling handelt, stammt ursprünglich vom Wolf ab.

Auch nach Jahrhunderten der Domestikation und z.T. gezielter Züchtung, sind einige urtypische Verhaltensweisen nach wie vor vorhanden und auch durchaus gewünscht. Zu diesen Verhaltensweisen gehört sicherlich auch, dass Hunde lernen können und dies auch ständig tun.

Die Grundmotivation für das Lernen ist, einfach ausgedrückt: Die Erhaltung der Art. Hunde, als Nachkommen der Wölfe, sind darauf aus, ihre Gene in die nächste Generation weiter zu geben. Um dies erfolgreich umsetzen zu können sind einige, aufeinander aufbauende Voraussetzungen zu erfüllen.

Zunächst einmal ist eine individuelle Fitness notwendig. Der Hund muss in der Lage sein, sein eigenes Überleben zu sichern. Zur persönlichen Fitness gehören Gesundheit und körperliche Unversehrtheit, Ernährung, Ausdauer und Gewandtheit.

Um diese Fitness zu erreichen bzw. zu erhalten sind einige lebensnotwendige Ressourcen notwendig. Durch diese Abhängigkeit erhebt der Hund einen Anspruch auf einige für ihn lebensnotwendigen Ressourcen:

Der Hund versucht diesen Anspruch durchzusetzen, z.B. auch über aggressives Verhalten. Dabei macht der Hund immer eine individuelle Kosten- / Nutzenrechnung ob es sich für ihn lohnt, eine bestimmte Handlung auszuführen, oder ob das Risiko zu groß für ihn ist. Hunde würden nie freiwillig kämpfen, wenn es einen anderen Weg gibt. Ein Kampf birgt immer die Gefahr der persönlichen Verletzung und somit eine Einschränkung der Fitness. Ein Hund kämpft nur um Ressourcen, wenn sie anders nicht zugänglich sind.

Im laufe seines Lebens macht der Hund so die unterschiedlichsten Erfahrungen, die er als "Reiz-Reaktionsketten" abspeichert. Er merkt sich also: "Wenn ich dies tue, passiert das." Dabei dient Lernen dem Hund immer zur Optimierung des eigenen Zustandes und letzendlich zur Sicherung des Überlebens. 

Lernen findet immer statt. Jeden Tag und jede Minute, nicht nur wärend des Trainings auf dem Hundeplatz!

Der Hund verarbeitet unentwegt externe Reize und passt sein Verhalten immer weiter darauf an. Diese Art des Lernens wird auch als "Assoziationslernen" bezeichnet. Zwei ursprünglich isolierte Ereignisse, die zeitnah voneinander geschehen, werden im Gehirn miteinander in Verbindung gebracht. Dabei beträgt die Assotiationszeit, also der maximale Abstand der beiden Ereignisse, allerdings nur eine Sekunde.

Hier eine Veranschaulichung am Beispiel "Sitz".

Also, alle Hunde können lernen und zwar auf die gleiche Art und Weise. Nicht jeder Hund kann alles gleich gut ausführen, aber es gibt keine dummen Hunde. Einige Faktoren beeinflussen das Lernverhalten der Tiere. Dies sind z.B. Stress, Gesundheitszustand, Rasse und das Dominanzverhalten des individuellen Tieres. Dazu später mehr.