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Instrumentelle Konditionierung

Definition: Bei der instrumentellen Konditionierung wird die Häufigkeit von ursprünglich spontanem Verhalten durch seine angenehmen oder unangenehmen Konsequenzen nachhaltig verändert. In der Alltagssprache ist dies „Lernen durch Konsequenz“.

Die Verhaltensweise kann dem natürlichen Repertoire entstammen, oder aus natürlichem Verhalten abgeleitet sein. Durch positive oder negative Verstärkung wird die Auftretenswahrscheinlichkeit dieses Verhaltens erhöht oder verringert. Die Erforschung begann mit den Experimenten von Edward Lee Thorndike am Ende des 19. Jahrhunderts. Besonders verdient gemacht hat sich auch Burrhus Frederic Skinner, der ab den 1950er Jahren intensiv auf diesem Gebiet forschte.

Zu Anfang einer Konditionierungs-Sequenz spielen alle Umweltreize eine Rolle. Erst allmählich filtert sich für den Hund heraus, was der eigentliche Auslösereiz ist.
Daher:

  • Neue Verknüpfungen zunächst in einer reizarmen Umgebung üben
  • Erst dann, schrittweise die Umweltreize erhöhen
  • Achtung: Neue Umgebung stellt immer eine neue Reiz Lage da

Fünf Faktoren beeinflussen die instrumentelle Konditionierung des Hundes

1. Die Motivation

Ein Hund macht immer eine individuelle Kosten- / Nutzenrechnung

  • Verhalten muss sich lohnen, d.h. es dient der
  • Verbesserung des momentanen Zustandes
  • zumindest aber der Erhaltung des momentanen Zustandes

Aber Achtung: Je schwieriger eine Aufgabe ist desto niedriger ist der optimale Level an Emotion

2. Die Deprivation

Als Deprivation wird allgemein der Zustand der Entbehrung bezeichnet. Ein Hund, der alles zu jederzeit hat, ist schwer zu motivieren. Ein hungriger Hund arbeitet eher für Futter als ein satter, daher sollte nicht unbedingt direkt vor der Übungsstunde gefüttert werden. Aufmerksamkeit ist für den Hund ebenfalls eine wichtige Ressource. Auch sie kann als Belohnung genutzt werden.

Der Deprivationslevel für die Belohnung des Trainings sollte groß sein

3. Die Belohnung

Die richtige Belohnung für die jeweilige Trainingseinheit. Hunde unterscheiden sehr wohl die Art der Belohnung. Daher sollte es hier eine Abstufung geben. Folgende drei Kriterien haben sich in der Praxis bewehrt:

a) Belohnungsart: z.B. Futter, Spielzeug, Sozialkontakt, Laufen / Schnüffeln dürfen

b) Abstufungen in der Belohnung: Nicht so gut = Trockenfutter; Gut = Fleischwurst; Super gut = Käse (Jackpot)

c) Art und Weise der Belohnung: Spielzeug muss attraktiv gemacht sein / Ehrlichkeit im Spiel

Also Merke: Qualität und Quantität der Belohnung sind wichtig

4. Die Signal Kontrolle

Signal-Kontrolle bedeutet, das ein bestimmtes Verhalten nur auf das gewünschte Signal hin ausgelöst wird. Im Umkehrschluß bedeutet das, Korrektur (auf keinen Fall Belohnung) bei unerwünschtem Verhalten.

Wichtig: Das Ja – Nein - Prinzip einhalten

  • Belohnung - Übung gut gemacht
  • Ja - mach weiter (Verstärker)
  • Nein – Fehler versuch‘s nochmal

5. Der Belohnungsintervall

Es wird nach einem für den Hund nicht durchschaubaren Prinzip bestätigt (intermittierende Belohnung) , damit der Hund sich nicht an die unmittelbare Verknüpfung gewöhnt.

  • Zeitintervalle
  • Anzahl des gezeigten Verhaltens

Achtung: Gefahr der Löschung, wenn das gezeigte Verhalten in 50% oder mehr der Fälle nicht mehr mit der Belohnung gepaart wird.