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Belohnung oder Strafe

An dieser Stelle unterscheiden sich Ausbilungsmethoden voneinander. Man muß an dieser Stelle klar sagen, beides funktioniert zum Konditionieren eines Hundes auf ein bestimmtes Verhalten hin.

Ganz davon ab, das "Strafe" sehr schnell tierschutz relevan wird, kann vollkommene Harmonie zwischen Mensch und Hund, nach unserer Auffassung nicht auf Strafe und Vermeidung basieren. Hunde, die angstfrei durch positive Verstärkung erzogen und Ausgebildet wurden agieren frei und aufgeschlossen. Sie probieren von sich aus eigene Lösungswege und Ansätze für neue Problemstellungen und lernen letzendlich schneller.

Wissenschaftlich lässt sich das wie folgt erklären.

Strafe und Angst führt schnell zu Stress. Stress führt zur vermehrten Ausschüttung von Hormonen und Hormone beeinflussen die Leistungsfähigkeit und Aufnahmefähigkeit des Gehirns da sie die Emotionen steuern. Emotionen wirken sich positiv oder negativ auf das (Lern-)verhalten aus.

Untersuchungen zeigen, das positive Emotionen die Aufmerksamkeit und damit die Lernfähigkeit steigern. Negative Emotionen demgegenüber führen zu Unsicherheit, Angst und Aggression.

Beides stellt jedoch ein Motiv für das Tier dar, ein bestimmtes Verhalten öfter oder seltener zu zeigen:

BELOHNUNG:  Das Verhalten wird öfter! Gezeigt
STRAFE:  Das Verhalten wird seltener! gezeigt

Was verstehen wir also unter Belohnung und Strafe und ist Strafe immer gleich Strafe?

Die Grafik links verdeutlicht den Unterschied. Etwas, für den Hund unangenehmes kann beispielsweise ein so genannter Elektrotaker oder auch ein Ruck am Stachelhalsband sein. Beides übrigens tierschutzrelevant und damit strafbar. Etwas angenehmes dagegen kann Leckerchen, freie Bewegung oder auch Aufmerksamkeit sein.

Will ich nun das Verhalten des Hundes korrigieren, sage ich dem Hund das zum einen durch das konditionierte Hörzeichen (z.B. "Nein") und ggf. den Entzug von etwas angenehmen.

Beispiel: Der Hund zieht an der Leine. Durch Stehenbleiben oder Blockieren der Bewegung des Hundes in Verbindung mit dem Hörzeichen signalisiere ich dem Hund, das er hier ein anderes Verhalten zeigen muss, um zum Ziel zu kommen. Wichtig dabei ist, dass ich dem Hund den Freiraum gebe, ein anderes Verhalten zeigen zu können, also die Leine nach dem Stehenbleiben wieder locker lasse.

Was ein Hund als Belohnung bzw. Starfe ansieht, hängt von einigen Faktoren ab (siehe Grafik rechts). Der Hundeführer muss für sich herausfinden, wie sein Hund auf was reagiert und was er als Belohnung ansieht. Interessant sind in diesem Zusammenhang die so genannten Kontrasteffekete bei abgestufter Belohnung.

Positiver Kontrast

  • Der Hund erwartet Trockenfutter und erhält ein Stück Käse oder Wurst
  • Der Hund wird sich zukünftig mehr ansträngen


Negativer Kontrast

  • Der Hund erwartet Käse und erhält Trockenfutter
  • Der Hund wird das Verhalten nicht mehr so gut zeigen

Genauso wichtig ist die richtige Dosierung der Korrektur des Verhaltens.

Korrektur

  • muss so schnell erfolgen, dass sie mit der Handlung verknüpft werden kann
  • muss stark genug sein, um die Handlung zuverlässig zu unterbinden
  • muss immer erfolgen, wenn die Handlung gezeigt wird
  • darf nur mit der Handlung verbunden werden

Korrigiere nie den Hund, sondern nur das Verhalten!